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Kritiken

Pressetexte zu meinen Projekten.

Thomas Hanz

Recklinghäuser Zeitung - Meister des Tango auf sechs Saiten

Die großen Gefühle, die rauchig verhangene Melancholie liegt ihm quasi im Blut. Hierzulande ist er so etwas wie der "König des Tango" . nicht als Tänzer freilich, sondern als brillanter Gitarrist. Mit seiner im Jahr 2000 gegründeten Formation "Un Tango más" heimst der gebürtige Recklinghäuser Thomas Hanz reihenweise hervorragende Kritiken ein. Wie zuletzt beim begeisternden Auftritt im "Ratskeller".

Nicht nur in unseren Breiten, auch in Berlin und im süddeutschen Raum ist "Un Tango más" ein klangvoller und gern gebuchter Name. Der Weg in die Musik gewordene argentinische Sehnsucht und Schwermut war für Thomas Hanz vorgezeichnet, denn nach dem Studium an der Essener Folkwang-Hochschule machte er sein Konzertexamen beim renommierten argentinischen Gitarren-Virtuosen Roberto Aussel an der Musikhochschule Köln. Später folgten Meisterkurse bei Julian Bream und Carlos Heredia, einem Mitstreiter von Paco de Lucia.

Solo und in verschiedenen Ensembles spielt Thomas Hanz inzwischen Konzerte und Festivals im In- und Ausland. Sein Repertoire umfasst Barock, Renaissance und Klassik, aber seine große Liebe gehört der spanischen und lateinamerikanischen Gitarrenmusik des 20. Jahrhunderts. Und es gelingt ihm besonders, dem Tango in seinen Interpretationen, neue, gewagte Seiten abzugewinnen. Ob im "Duo Vivo" mit der Flötistin Karen von Schoultz oder dem Musical-Darsteller Rene Roseburg (Les Miserables und Tanz der Vampire) immer sind die Kritiker voll des Lobes.

Nach einer Solo-CD und einem weiteren Album mit "Un Tango más" kann Thomas Hanz mittlerweile von seiner Kunst recht gut leben. Zumal er nebenbei auch noch unterrichtet: "Einige meiner Schüler haben schon bei Jugend musiziert gewonnen, das macht viel Spaß." Die Verbindung nach Recklinghausen ist in all den Jahren nicht abgerissen: "Ich habe viele Freunde hier und im Juli werde ich meiner alten Schule, dem Hittorf-Gymnasium, einen musikalischen Besuch abstatten.

Akustik-Gitarre - Musicom Portrait

Tango-Liebhabern wird der Gitarrist Thomas Hanz aus dem sextett Un Tango Más schon bekannt sein, und sie werden vermutlich bereits eine Ahnung von dem In halt dieser CD haben.. Auch auf diesem Portrait von Hanz sind selbstverständlich Tangos eingespielt. Überwiegend vertreten sind dabei lateinamerikanische und spanische Kompositionen. Scheint der Einstieg mit Scarlatti italienisch, so repräsentieren die drei Sonaten dennoch den spanischen Barock und wurden von Scarlatti am spanischen Königshof im 18. Jahrhundert komponiert.. Die strengen Klänge des Barock stehen dem folgenden virtuosen Stück entgegen. Der Gitarrist legt mit der Musik des Barceloner Fernando Sor im wahrsten Sinne des wortes ein Grand solo op.14 vor.

Die Zeitenfolge einhaltend, lässt Hanz mit Rodrigos En los Trigales („In den Weizenfeldern“) die spanische Landschaft aufleben. Durch die satte Tongebung und die Kräftigen Klänge kann vor dem Zuhörer eine wahre Farbenpracht dieser Umgebung entstehen, die er mit Torrobas Castles of Spain fortführt. Die zwei folgenden Stücke als vertreter des Tango Nuevo von Piazzolla, Alevare und La Muerte del Angel, stellt Hanz Rodriguez´ La Cumparsita entgegen. Man spürt in diesen beiden unterschiedlichen Stilen der Komponisten die Erfahrung des Gitarristen mit dem tango, die er sicherlich in seinem Sextett ausbauen konnte. Dabei sei auf La Muerte del Angel ausdrücklich hingewiesen, erstens eine eher selten eingespielte Komposition Piazzollas und zweitens ein Stück, dessen Programm und Umsetzung - eben der Tod eines Engels - dem Zuhörer besonders ans Herz gehen kann. Eine wunderschöne und professionelle CD, wie sie abgerundeter nicht sein könnte, für alle eingespielt, die die Musik Spaniens in der ganzen Vielfalt genießen möchten.

Simone Schlobinski

Stadtspiegel - Ebenfalls ein Magier ist Thomas Hanz.

Sein Solo-Debüt, in der Reihe Musicom Portrait erschienen, versammelt spanische und lateinamerikanische Gitarrenmusik, mithin ein genre, dem der 35-Jährige seit jeher verfallen ist. Hanz interpretiert aus einem Guß, allerdings ohne den teilweise recht schroffen Kompositionen die Spitzen zu nehmen. Sein stupendes Musikverständnis vermittelt zwischen den Gegensätzen. Handwerk und dokumentarische Leistung für sich genommen sind schon bemerkenswert. Doch für das eigentliche Mehr dieser Aufnahme sorgt das mitreißende Temperament des Musikers. Übrigens: Stücke von Piazzolla und Gardel leiten nahtlos über zur zweiten Veröffentlichung des Musikers in diesem Jahr. "Un Tango más", ein herausragendes Sextett mit Hanz an den Saiten, legte ebenfalls eine CD vor."

WAZ-Essen - Lebendige Galerie

Gitarrist Thomas Hanz bot Klassik vom Feinsten.

In der eleganten Lindengalerie erklangen Werke von Scarlatti, Rodrigo, José und Sor. Die Besucher... lauschten gespannt dem professionellen Musiker. Der Gitarrist verstand es mit Sensibilität und Ausdruck die Werke mal lyrisch zurückhaltend, mal feurig impulsiv zu interpretieren. Besonders schön erklangen in der halligen Akustik der Galerie die argentinischen Komponisten. Hier war der Gitarrist Zuhause."

Süddeutsche Zeitung - Gitarrist Thomas Hanz spannte den Bogen...

Gitarrist Thomas Hanz spannte den Bogen von der Klassik bis zur Moderne.

Er kam aus Essen angereist und gab auf der Bühne des Gasthaus Jakobsmayer vor begeisterten Zuhörern ein exzellentes Konzert.
Dabei wäre es auch gerechtfertigt gewesen, wenn alles einige Nummern größer ausgefallen wäre. Denn wie Thomas Hanz seine klassische Gitarre behandelte, war sehens- und vor allem hörenswert. Er entlockte ihr Töne und Tonfolgen, die man diesem Instrument gar nicht zutrauen würde... Besonders angetan waren die Zuhörer von der Komposition des Spaniers Fernando Sor, wobei man in den warmen Tönen, abwechslungsreichen Klangfarben und häufigen Tempowechseln das romantische Motiv des Fernwehs oder der lauen Sommernacht zu erahnen glaubte.... Wie sehr Thomas Hanz das Dorfener Publikum begeisterte, zeigte die Tatsache, daß nach drei Zugaben immer noch einige Enthusiasten unermüdlich da capo riefen."

Dithmarscher Landeszeitung - Warme Saitenklänge ...

Warme Saitenklänge entführten in den Süden.

.....Als einem Studenten einer der angesehensten Gitarrenklassen Deutschlands - der des argentinischen Meisters Roberto Aussel an der Musikhochschule Köln - durfte man von dem jungen Künstler einiges erwarten, und auch der Programmzettel versprach viel: außer je einem Werk aus Renaissance, Barock und Klassik nur Kompositionen unseres Jahrhunderts... Die Suite Valenciana„ des Spaniers Vincente Asencio entführte den Zuhörer in südliche Gefilde. In dieser technisch äußerst anspruchsvollen Komposition erklang das reiche musikalische Erbe Spaniens, ohne je volkstümlich zu wirken, dank Hanz´ geschmackvoller und werkgetreuer, sich jeder hispanisierenden Überinterpretation enthaltenden Ausführung. Glanzlicht des Konzerts waren der Japaner Toru Takemitsu und seine "zwielichtigen" vier Stücke für Gitarre: ...stellenweise entstand der Eindruck, daß nicht nur mehrere musikalische Gedanken, sondern auch mehrere Instrumente den Raum bevölkerten, Thomas Hanz kultivierter Anschlag machte es möglich.
Nach zwei musikalischen Bonbons von Rodrigo und Albeniz, fühlte sich das Publikum wohlig warm nach Spanien versetzt und erklatschte sich zwei, von Hanz gerne gegebenen Zugaben... ."

Hierbabuena

Inselbote Spiekeroog - Der Süden war schon da

Tangos und Canciones up de Höcht

Spiekeroog – Als Sonnica Yepes in ihrem feuerroten Abendkleid zusammen mit dem ganz in Schwarz gekleideten Gitarristen Thomas Hanz in die Kirche St. Peter schritt, war klar:up de Höcht sollte einen temperamentvollen Abend erleben. „Hierbabuena - wilde Minze“ heißt das aktuelle Programm der beiden Absolventen der Folkwang Hochschule in Essen und diesjährigen Preisträger von „voice and guitar“.

Szenische Darstellungen
Die Tangos und Canciones, die Yepes und Hanz singen und spielen, erzählen durchweg von der Liebe. Viel Herz und Schmerz kommen nicht nur in den Texten, sondern auch in den Melodien vor. Dabei lassen die beiden Interpreten ihre Gäste weder mit der Musik noch mit den Texten allein. Entweder werden einige kurze Textpassagen ins Deutsche übersetzt, oder kleine szenische Darstellungen versetzen das Publikum gleich in die richtige Stimmung. Sonnica Vepes und Thomas Hanz verraten bei diesen kurzen Darbietungen ihr enormes schauspielerisches Talent. Schon beim ersten Stück, das bekannte „Que nadie sepa mi sufrir“ von Horacio Cabral fordert die fantastische Stimme der Sängerin und die virtuosen Griffe des Gitarrenspielers. Astor Piazollas „Vuelvo al sur“ wirkte in der spätsommerlichen Abendsonne von Spiekeroog gar nicht so traurig: Der Süden war schon da, auch beim Instrumentalstück über den Sommer in Buenos Aires. Von Carlos Gardel, der sonst für melancholische Emigranten-Lieder steht, spielten und sangen die beiden „Rubias de New York“ - kein Tango, sondern ein Foxtrott. Nach ihrem Auftritt konnten Yepez/ Hanz einen Tag auf der Insel genießen — bevor es im Auftrag von „Kirche an der Küste“ wieder zur nächsten Station ging.

11.09.2004

Ruhr Nachrichten - Wilde Minze“ blüht ...

...in der Philharmonie

Gitarrenfestival Ruhr bot Hochgenuss


Essen - Es war eine wunderschöne Sommernacht. Einen Teil ihrer Leichtigkeit und Wärme transportierte die Musik in den kleinen Saal der Essener Philharmonie. Dort gastierte das Gitarrenfestival Ruhr mit zwei unterschiedlichen Varianten der Kombination aus Gitarre und Gesang: klassisch italienisch mit Sarah Maria Sun und Carsten Liuck, danach verführten Sónnica Yepes und Thomas Hanz mit spanischer Leidenschaft. Beide gehören als Duo „Hierba Buena“ zu jenen Musikern des Ruhrgebietes, die man einmal gehört haben sollte.

„ Wilde Minze“ so die Ubersetzung des Namens, hat auch nach neusten Forschungsergebnissen nur angenehme Nebenwirkungen. Wenn Yepes und Hanz therapieren, dann geht es in Kompositionen von Astor Piazzolla bis Ralph Towner um tiefe Leidenschaft, von der sie alle Seiten zeigen: die feurige, sehnsuchtsvolle, gIückliche, traurige…
Hanz spielte dabei mit großer stilistischer Bandbreite. Von Flamenco-Elementen in einer eigenen Komposition über die sensiblen räumlichen Flageoletts in Towners „Chiara“ bis zum dichten Bass-Ostinato in Piazzollas „Balada para mi muerte“. Die Musik erzählt Geschichten, die das Duo mal erläuterte, mal geschickt als rezitierte deutsche Übersetzung über die Musik legte. Spanische Sprache klingt ohnehin emotional. Dabei würde Sonnica Yepes diese Hilfe gar nicht benötigen. Sie sang mit natürlicher Linienführung, bei der sie immer an den wirkungsvollsten Stellen die Klangfarbe veränderte.

Sarah Maira Sun brauchte dagegen einige Zeit, um ein stärkeres Vibrato abzulegen. Sang sie nach einiger Zeit leiser, wirkte auch die Stimme geschmeidiger. Carsten Linck war daher mehr als ein Begleiter. Er prägte das Duo und blieb derjenige, der die Spannung aus dem Harmonieverlauf zog. Am schönsten gelangen Lieder von Giuliani und Bellini, und nicht nur da fragte man sich, warum Liedgesang nicht öfter von der Gitarre begleitet wird. Sie unterstützt die Stimme wie ein weich federnder Grasboden, auf dem man in dieser Nacht gerne gesessen hätte.

Klaus Lipinski, 07.09.2005

NRZ Oberhausen - Spaniens Blüten auf der Burg

KONZERT - Matinée mit Tangokompositionen:

Lieder von alltäglichen Freuden und Leiden.
Nicht alle musikalischen Blüten, die der Essener Gitarrist Thomas Hanz und die spanische Sängerin Sonnica Yepes unter dem Motto "Hierbabuena" (wilde Minze) am Sonntag auf Burg Vondern präsentierten, stammten aus Spanien oder Argentinien. Einige stammten eben auch aus Essen, waren aber nichtsdestoweniger dem Idiom gut nachempfunden und musikalisch interessant.
Lieder hörten die Gäste auf der Burg über zumeist alltägliche Freuden und Leiden, in denen die Gefühle eingefangen, gestaltet und gerade dadurch objektiviert und erträglich gemacht werden. Sehr schön brachte das ein Lied von Haracio Cabral ("Que nadie sepa mi sufrir") zum Ausdruck.

Farbiges Gitarrenspiel
Der sprachlich dem Publikum nicht immer verständliche Inhalt der Stücke - zum Teil kleine Geschichten - wurde durch mitunter sketchartige Erläuterungen verdeutlicht. Keiner zusätzlichen Verdeutlichung hingegen bedurfte die musikalisch-emotionale Seite: Intim-sensible Gestaltung wie komödiantischer Drive, gepaart mit einer scheinbar naiven Raffinesse, wirkten bei Sonnica Yepes gleichermaßen überzeugend. Thomas Hanz verstand es in der "Begleitung" wie vor allem in den Solostücken, die Möglichkeiten eines farbigen Gitarrenspiels voll auszunutzen. Seine Bearbeitung von Piazzolas "Libertango" klang so, als ob das Stück nur für dieses Instrument gedacht sein könnte.

Suggestive Balladen
Ü berhaupt Piazzola: Dass seine Werke in der Tangomusik durch ihre schiere kompositorische Qualität einen besonderen Rang einnehmen, ist längst ein Gemeinplatz.

Auch inhaltlich eine besondere Dimension: Die suggestiven Balladen "Para mi muerte" und "A un loco", eine quasi schizophrene Vision, in der Thematik an Schoenbergs "Pierrot lunaire" erinnernd, aber natürlich in anderem musikalischem Umfeld: Wahnsinn in einer scheinbaren Volkstümlichkeit, die hier als ihr eigenes Gespenst erscheint.

ROLAND DYMKE, 06.09.2005

Heiligenhaus - Belebender Ohrenschmaus

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Begeisterten am Sonntag Vormittag im "Club" mit spanischen und argentinischen Liedern: Thomas Hanz (Gitarre) und Sonnica Yepes (Gesang).
WAZ-Bild: M. Graben

War es das schöne Wetter oder die ungewohnte Zeit? Nur wenige fanden sich jedenfalls am Sonntag zur musikalischen Matinee mit Sonnica Yepes (Gesang) und Thomas Hanz (Gitarre) im "Club" ein. Bedauerlich, denn das Publikum bekam einen ganz besonderen Ohrenschmaus geboten.

"Hierbabuena - Wilde Minze" betitelt das Duo seinen Ausflug in die Klangwelt Argentiniens und Spaniens, wo Liebesleid und Liebesfreud so nah beieinander liegen. Wobei die Akteure diesmal angesichts satter Sonnenstrahlen draußen von den allzu schwermütigen Kompositionen absahen.

Sonnica Yepes stammt aus Madrid, hat an der Folkwang Hochschule in Essen Jazz studiert und in einer Big Band gesungen. Seit sechs Jahren ist sie Mitglied von "Un tango mas", einem Sextett, das Hanz, ebenfalls Folkwang-Student, begründet hat. In "Hierbabuena" konzertieren sie als Duo.

Gitarre und Gesang ergänzen sich dabei hervorragend. Die instrumentale Reduzierung erlaubt ein gänzlich neues Erleben bekannter Tangokompositionen. Etwa von Astor Piazollas "Libertango", den Hanz von seinen melancholischen Anfängen bis hin zu furioser Lebendigkeit steigerte. Eigene Kompositionen wie "Sientes" und "Noticias del mundo" zeigten dem Publikum die vielen Möglichkeiten auf, miteinander zu musizieren. Yepes beeindruckte immer wieder mit ihrer facettenreichen Stimme, interpretierte die Texte sogar szenisch. Hanz ging ganz in seinem Instrument auf, das er gelegentlich auch zur Trommel umfunktionierte.

Die dargebotene Literatur reichte von romantischen Liedern und Moritaten ("Hijo de la Luna") bis hin zu kecken Interpretationen wie den "Blondinen von New York" (von Carlos Gardel). Die Zuhörer honorierten die belebende "Wilde Minze" mit viel Applaus. Und das Duo entließ die Gäste mit "Gracias al la vida" in den sonnigen Frühling.
P.T., 24.04.2005


24.04.2005

Rundschau Schwäbisch Hall - Das Leben geht weiter . . .

Ein Tango-Abend mit Sonnica Yepes, Thomas Hanz und Ernst Konarek

In der 18. Musikwintersaison steht die Kultur Lateinamerikas auf der "To-Do-Liste". Die literarischen Koordinaten bilden Amado, Borges, Llosa, Marquez, Neruda. Sonnica Yepes (Gesang), Thomas Hanz (Gitarre) und Ernst Konarek (Rezitation) nahmen sich den Tango vor

RAINER KOLLMER - GSCHWEND

Der Satz von Enrique Santos Discéphalos ging um die Welt: "Tango - ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann." Wer mit solch melancholisch angehauchten Vorurteilen ins Bilderhaus ging, kam aus der Irritation nicht mehr heraus. Ernst Konarek, symbolisch behütet von Borsalino und Leinenanzug, vermittelte vor einem gut gefüllten Rotweinglas die gediegene Caféhausatmosphäre der distanzierten Dauergenießer. Seine gut platzierten Rezitationen waren vorzüglich. Dazwischen (und manchmal auch gleichzeitig) war die passende Musik mit der Sängerin Sonnica Yepes und dem Gitarristen Thomas Hanz hineingestrickt - wie in einem besonderen Tango-Pullover:
zweifarbig, rot und schwarz im Wechsel arrangiert, wohlig wärmend und Blickfang zugleich.

Zwar gingen die ausgewählten Texte - im Zentrum stand der Argentinier Jorge Luis Borges (1899-1986) - durchaus auf das bei uns übliche Tango-Klischee ein, aber Ernst Konarek schaffte es, eine sinnvolle Distanz herzustellen.

Formulierungen und Überschriften wie "Tango schmeckt nach Tod" oder "Verfluchter Tango" bedienen natürlich den weinerlichen Tonfall unserer tremolierenden Tango-Vorstellung.

Fesselnde Erinnerung
Aber der Schauspieler "trug" nicht nur vor, er war auch immer die personifizierte Ich-Perspektive in "Café Buenos Aires" oder "Laila". Die Erzählung "Pforten des Himmels" wurde auf diese Weise zu einem eindrucksvollen, dreiflügligen Altarbild, auf dem vor dem Hintergrund des Tango-Tanzpalastes "Santa Fee" fesselnde Erinnerungen wach gerufen wurden - teilweise sentimental-rührend, mit ironischen Durchbrechungen, aber immer mit dem Bewusstsein, dass das Leben weiter geht und alles - auch der Tod - nicht ganz so schlimm gemeint sein kann.

Partielle Trauer
Die Musik ergänzte diese Eindrücke. Die akustische Gitarre von Thomas Hanz war elegant geführt und verzichtete bewusst auf große, fatale Gesten. Die Lieder von Sonnica Yepes - in Originalsprache gesungen - schufen durch ihre Exotik eine weitere hilfreiche Distanz. Vom rauchig-rauhen Tango-Sound "im Stil einer Kanaille" war die hervorragend ausgebildete Sängerin weit entfernt.

Auf diese Weise kam beim Publikum ein durchaus realistisches Tango-Bild heraus, das eindrucksvoll und präzise gezeichnet war. Das Fazit war schlüssig: Beim Tango gibt es keine tiefe Depression, sondern höchstens einmal eine partielle Trauer, aus der sich am Ende neue Lebenskraft entwickelt. Tango - oder das Leben geht weiter.

Münstersche Zeitung - Liederabend der großen Gefühle

Liederabend der großen Gefühle
Hierbabuena“ begeistert das Publikum


Laer - Spanisch ist die Sprache der Leidenschaft. Wie sonst könnten Lieder voller Sehnsucht, Tragik und Liebe so berauschend sein wie die, die am Freitagabend vom Duo „Hierbabuena - Wilde Minze“ zu hören waren. Die intime Atmosphäre des Alten Speichers bietet geradezu den idealen Rahmen für einen Liederabend der großen Gefühle, und ganz offenbar empfinden das die beiden Künstler ebenso. Sonnica Yepes betört mit dem Gesang in ihrer Muttersprache die Zuhörer von Beginn an.

Einfühlsam und ausdruckstark begleitet von Thomas Hanz, der mit seiner Gitarre das Feuer Spaniens und Südamerikas entfacht. Dabei verstehen sich die Interpreten sehr wohl auch auf die leisen Töne, ohne je ins Kitschige zu verfallen. Beide haben an der Folkwang-Hochschule Essen studiert und fanden sich vor einem halben Jahr zum Duo „Hierbabuena“ zusammen. Sónnica Yepes beeindruckt mit warmer, nuancenreicher Stimme und unwiderstehlichem Charme.

Sie besingt nicht nur die schwarzen Augen und die roten Lippen, sie bringt selber alle Attribute der klassischen Carmen bis hin zu den schwarzen Haaren mit „Esta noche beberemos - Lass uns trinken , weil wir uns das letzte Mal sehen“ , ist eines der Lieder , die ganze Geschichten erzählen: Von Abschieden oder von tragischen Begegnungen. Oder von der untreuen Zigeunerin, die ihr Kind dem Mond verspricht im berühmt „Hijo de la luna“.

Mit seiner Eigenkomposition, der Samba „Noticias del mundo“, zeigt Thomas Hanz sein ganzes Können und holt alles aus der Gitarre heraus. Zaubert Klänge nicht nur aus den Saiten, sondern holt den Begleitrhythmus mit trommelnden Händen auch aus dem Hohlkörper. Das Publikum honoriert begeistert die überwältigende Spielkunst.

Wohldosiert ist das Programm aus Flamenco- ähnlichen Stilelementen, Piazzolla -Tangos und klassischen Kompositionen. Witzig das Lied von Carlos Gardel, der sich über die Blondinen in New York auslässt und das von Sónnica Yepes keck interpretiert wird. Zwei Zugaben sind der Dank für einen wunderbaren Konzertabend.

Münstersche Zeitung -15.03.04 - Annelene Starmann

Stadtspiegel - Essen - Aromatische Kräuterstunde


Aromatische Kräuterstunde


Duo „Hierba Buena“ gab köstliche Geschmacksprobe im Grend

Von New York bis Buenos Aires entführten Thomas Hanz und Sonnica Yepes ihr Publikum an einem Vorfrühlingsabend im Grend. Der Gitarrist und die Sängerin, die seit gut einem Jahr unter dem Namen „Hierba Buena“ firmieren, bedienten den musikalischen Gusto der Freunde der internationalen Begegnung mit melancholischen „Canciones“. Der überfüllte Saal tobte, und auf die 14 vorgetragenen Stücke folgten noch zwei Zugaben.

Aber auch Heiteres übertönte die Schwermut des argentinischen Tangos. Yepes besang mit viel Schwung in „Rubias de New York“ all die schönen blonden Frauen der amerikanischen Metropole, deren Verve selbst Tango-Grandseigneur Carlos Gardel einmal zu einem pfeffrig-witzigen Stück inspirierten. „Wir haben es bewusst als Kontrapunkt zu den eher dunklen Weisen gesetzt“, berichtet Thomas Hanz. Dazu gehörten vor allem Hanzens brillante Soli über den Sommer und den Winter in Buenos Aires sowie der „Esperatango“, allesamt Melodien der schwärzesten Galle aus der Feder Astor Piazzollas, die Hanz zu einem unvergesslichen Appetizer auf mehr machte. „Mehr“ ist auch die Devise der Sechser-Formation „Un Tango Más“ (Ein Tango mehr), in der Yepes und Hanz zusammen mit vier anderen Folkwang-Absolventen bereits zweimal im Kulturzentrum am Grendplatz zu hören waren.

„ Tango erzählt Geschichten vom Verlassenwerden und von der Einsamkeit“, erklärt Sonnica Yepes kurz und prägnant. So mimte die in Madrid geborene Künstlerin eine sitzen gebliebene Frau, die zu stolz ist, ihre Gefühle zu zeigen. „Que nadie sepa mi sufrir“, ein Lied von Horacio Cabral, gewährt der Gequälten Unterschlupf und Linderung ihrer Leiden.

So wehte unterkühlte Leidenschaft herüber, als die zierliche Frau mit der voll klingenden Stimme die Sehnsucht nach Liebe in raue Töne kleidete.

Thomas Hanz, Folkwang-Altmeister an der klassischen Gitarre, begleitete selbst jazzige Scatpartien, die Yepes einbaute, mit unübertrefflicher Perfektion. Kostümiert wie ein argentinischer Gaucho, mit Hosenträgern über dem Hemd und geliertem Haar, bildete sein Outfit einen witzigen Kontrapunkt zu Yepes roter Glitzergarderobe.

Mit der „Wilden Minze“, was Hierba Buena in der Übersetzung bedeutet, lieferte das Grend-Kulturprogramm zum Jahresbeginn bereits einen Höhepunkt.

Stadtspiegel Essen - 09.02.04

WAZ Essen - Zauberhaft leicht und bewegend

Zauberhaft leicht und bewegend Sónnica Yepes und Thomas Hanz boten bittersüße Tango-Romanzen voller Herz und Schmerz.

Wer zu spät zur kleinen, feinen Konzertreihe "Café International" ins Grend kam, den bestrafte das pralle Leben. Folglich guckte an diesem Abend so mancher Tango-Fan in die Röhre statt auf das Duo "Hierba Buena".

Wer Sónnica Yepes bislang nur als Jazzsängerin kannte, der erlebte die Madrilenin an der Seite des klassischen Gitarristen Thomas Hanz in entspannter Atmosphäre diesmal von einer ganz anderen Seite. Mit warm timbrierter, zwischen Mezzo und Alt changierender Stimmführung unterhielt sie in zauberhafter Leichtigkeit ihr Publikum und bot bewegende Geschichten im Tango-Rhythmus. Bittersüße Romanzen voller Herz und Schmerz, die Thomas Hanz mit feinem Gespür für Tempi und perlenden Wohlklang ebenso diskret wie farbenreich untermalte.

Beeindruckend, dass er auch als Solist der Versuchung widerstand, virtuose Dauerläufe auf den Saiten vorzuführen. Stattdessen präsentierte er so berühmte Stücke wie Astor Piazzollas "Invierno Porteño" als duftige Gitarren-Preziosen voller Charme und Anmut.

Doch auch der Humor kam an diesem Karnevals-Abend nicht zu kurz: witzig-spritzig etwa die Abenteuer des legendären Tango-Stars Carlos Gardel mit den Mädchen von New York als flotter Foxtrott. Amüsant auch Thomas Hanz´ "Noticias del mundo", mit denen das fabelhafte Duo "Hierba Buena" - die wilde Minze - den unterhaltsamen Abend munter ausklingen ließ.

WAZ Essen - 07.02.2004

Wiesbadener Tagblatt - Große Leidenschaft und Melancholie


Große Leidenschaft und Melancholie - Sonnica Yepes und Thomas Hanz im Idsteiner Gerberhaus / Musik aus Argentinien"

Argentinische Musik erfreut sich hierzulande besonderer Beliebtheit, selbst wenn man nur einige Namen von dortigen zeitgenössischen Komponisten weiß, allen voran vielleicht den von Astor Piazzolla. Von daher hatte der Kulturring mit der Spanierin Sonnica Yepes als Sängerin und dem Gitarristen Thomas Hanz seinem Publikum im Gerberhaus ein außergewöhnliches Duo zu präsentieren, das sich mit einer Auswahl von Liedern und Stücken wenig bekannter Autoren unter dem Motto " Hierbabuena " - "Wilde Minze" schnell die Sympathien sicherte.

Beide haben an der Folkwang-Hochschule in Essen studiert und sind bereits in der Öffentlichkeit bekannt: Sonnica Yepes trat mehrfach mit dem Jazzorchester von Nordrhein-Westfalen international auf, seit 1999 ist sie Mitglied im Sextett "Un Tango Mas". Thomas Hanz hat nach dem Konzertexamen sich als künstlerischer Leiter des internationalen Gitarrenfestivals in Essen hervorgetan und ist ferner Begründer des erwähnten Sextetts.

Die Lieder von Horatio Cabral, Juan C. Cobián, Mariano Mores José M. Cano und vom durch Unfall ums Leben gekommenen Carlos Gardel handeln von romantischen Gefühlen, Abschied, Sehnsucht, Faszination und Tragik: "Heute Abend, mein Liebster - es ist mir egal, was die anderen denken - ist ein wichtiger Abend, weil wir uns zum letzten Male sehen werden", oder man schwärmt von der "Blondinen von New York", die Carlos Gardel nicht aus dem Kopf geht.

Mit seiner in Noten eines Foxtrott gesetzten Phantasie - "Wenn ich dich wiedersehe, gibt es keinen Schmerz mehr" - geht die Sängerin unnachahmlich elektrisierend um, zaubert mit einer leicht kessen Prise eine gleichzeitig erotisierende und dabei auch amüsierende Atmosphäre. Lang ausgezogene Klagetöne wiederum bei der spanischen Moritat "Hijo de la luna" über eine liebeshungrige Zigeunerin. Zu der leicht geführten Stimme, die vor allem bei ihrer Rücknahme ins Pianissimo eindringlich nachvollziehende Empfindungen anspricht, kommen die meist sparsamen Gesten und sonstig Körpersprachliches hinzu.

Aber selbst bei den leidenschaftlichsten Liedern bleiben der stimmliche Aufwand, die Mimik in dem aparten Gesicht und die das Gesangliche unterstreichenden Bewegungen stets maßvoll dosiert. Und gerade dieses Fehlen von Übertreibungen bringt das Emotive glaubhaft zum Hörer, läßt ihn Verlangen und melancholische Tristess hautnah spüren.

Dazu passte der unter anderem auch in Sevilla spanischen Virtuosen abgelauschte Stil, mit dem Thomas Hanz begleitet oder Solostücke von Gerardo M. Rodriguez - hier das bekanntere "La Cumparsita" - und Piazzolla vorträgt. Die gesamte Palette von nuanciertem Ausdrucksvermögen und grifftechnisch frappierender Fähigkeit, bis ins Detail sorgfältig bei aller verspielt wirkenden Handhabung, ließ gerade den intimen Musikcharakter dieses Instruments zum Zuge kommen. Mit der Samba "Noticias del mundo" aus eigener Werkstatt nutzte er zusätzlich, das Publikum erheiternd, die percussiven Möglichkeiten, die die Gitarre zwischen Griffbrett und Corpus bietet. Nachdem nach der Pause sich auch die Beleuchtung dem Charakter des Abends anpasste, war die Stimmung perfekt. Es gab langen Beifall und Zugaben.
Wiesbadener Tagblatt, Idsteiner Zeitung vom 06.12.2003

Un Tango Más

WAZ - ESSEN - Leidenschaft und Lebensfreude

Leidenschaft und Lebensfreude
Un Tango más begeistert im Alten Bahnhof

Un Tango más begeistert im Alten Bahnhof - WDR zeigt Live-Ausschnitt Volles Haus im Alten Bahnhof - und außerdem Besuch vom Fernsehen: Dafür sorgten sechs Musiker sowie ein Tanzpaar am Samstag.

Der Tangoabend begeisterte das Publikum. Un Tango más (Ein Tango mehr) nennt sich das Sextett mit Sängerin Sonnica Yepes und den Musikern Claudia Anthes (Piano), Antje Vetter (Violine), Alexander Morsey (Bass), Jörg Siebenhaar (Akkordeon) und Thomas Hanz (Gitarre). Vor vier Jahren taten sich die sechs Folkwang-Absolventen zusammen, präsentierten 2001 ihre erste CD. Ihr Repertoire: eine eigenwillige Mischung aus Tango Nuevo, Jazz und Kammermusik, aus Klassikern und Eigenkompositionen. Mal ernst, mal humorvoll, oft geradezu ausgelassen. Immer intensiv, zwischen Melancholie und Leidenschaft - Musik, die berührt.

Der i-Punkt am Samstag: zwei Tangotänzer. Doña Piedra und Luis Rodriguez machten die Musik sichtbar, tänzerisch und szenisch.

Begeistert waren die 350 Zuschauer. Dass der WDR in der Lokalzeit einen Ausschnitt live übertrug, freute vor allem den Veranstalter, die Interessengemeinschaft Alter Bahnhof.
Ine, 27.01.2004

Stadtspiegel Essen - Musik wie ein Naturereignis

Musik wie ein Naturereignis - Un Tango más im Alten Bahnhof Kettwig

Noch bis zur letzten Sekunde werden Karten nachgedruckt (Stehplatz zu fünf Euro), an der Kasse drängeln sich noch immer Besucher, die auf ein Ticket hoffen. „Mit dieser gewaltigen Resonanz haben wir nicht gerechnet“, sagt Peter Hoffmann vom Veranstalter IG Alter Bahnhof. Es war ein Abend, an dem alles passte. Mit großem Aufwand aber erfreulich zurückhaltend hatte ein Fernsehteam bereits am Nachmittag einen Beitrag produziert. Tango in Kettwig, das ist gar nicht so exotisch. Schließlich gibt es ein Angebot im Veranstaltungsfahrplan.

Zu Beginn des Konzerts schaltete der WDR live in die Sendung „Lokalzeit Ruhr“. Willkommene Werbung für die Interessengemeinschaft, aber vor allem für die sechs Musiker. Antje Vetter (Violine), Claudia Anthes (Piano), Sonnica Yepes (Gesang), Thomas Hanz (Gitarre), Jörg Siebenhaar (Akkordeon) und Alexander Morsey (Bass) schlugen ihr Publikum mit den ersten Takten dieser vitalen, vor Spielfreude strotzenden Musik in den Bann. Die Hanz-Komposition „Milonga ex libris“ klang selten sehnsüchtiger, Morseys ausgeflippte, mit Free Jazz-Elementen jonglierende Nummer „Tante Igor“ kam als völlig überdrehte Geisterbahnfahrt daher, das melancholische „Elle“(Musik von Siebenhaar, Text Yepes) orientiert sich stark an den Vorbildern des Tango Nuevo.

Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, Zeuge eines Naturereignisses zu sein. Die immense Kraft und Konzentration dieser irisierenden Klänge nahm das Publikum ganz behutsam für sich ein. Und dann waren Momente erreicht, in denen sich die schleichende Magie an einem weiteren, winzigen Funken, einer Bewegung von Sonnica Yepes, einem Grinsen von Morsey entzündete und sich in tosendem Szenenapplaus entlud. Je länger das Konzert dauerte, desto häufiger wurden diese Apotheosen der schieren Begeisterung.

Dona Piedra und ihr Tanzpartner Enrico tauchten immer wieder unvermittelt in verschiedenen Ecken des Saals auf. Im Zusammenspiel von Tanz und Musik der Granden Piazolla und Gardel beamte sich der Alte Bahnhof ins sommerlich schwüle Buenos Aires. Da war sie, die überfüllte Hafenkneipe mit dem verschwitzten Bandoneon-Spieler, da blitzten die Augen - hasserfüllt oder in erotischer Sehnsucht. In diesem Tosen ließ sich „Un Tango más“ zu keiner Kraftmeierei hinreißen. Die Gesichter der sechs Musiker spiegelten nichts wider als reine Kontemplation.

„ Es ist ganz selten, dass ein Konzert-Publikum so begeistert mitgeht. Allen, die dabei waren, ein Riesen-Kompliment“, so Gitarrist Hanz, als es - grausam - zu Ende war. „Das lässt auch uns Musiker ein bisschen schweben, vielleicht noch eine ganze Weile.“

Es war ein Abend, an dem alles passte: Musik und Tanz, fantastische Akustik, ein enthusiastisches Publikum, die Leidenschaft, der Schmerz. Es war ein unvergesslicher Abend.

Stadtspiegel Essen - Hfs

Aachener Zeitung - Tango-Schritt in den Musiksommer

Tango-Schritt in den Musiksommer

Zum Auftakt des 10. Stolberger Musiksommers boten das Ensemble «Un Tango más» sowie das Tanzpaar Dona Piedra und Luis Rodriguez im Museum Zinkhütter Hof einen großartigen Abend, der ganz im Zeichen des Tango stand.Eine musikalisch und tänzerisch hochklassige Demonstration jener Gattung, die vor gut einem Jahrhundert in den Armenvierteln von Buenos Aires entstanden ist, sich in vielen Varianten entwickelt und damit die Welt, vor allem Europa und besonders Deutschland, erobert hat.

Und mit den exzellenten Musikerinnen und Musikern - mit Claudia Anthes (Klavier), Thomas Hanz (Gitarre), Antje Vetter (Geige), Alexander Morsey (Kontrabass), Sonnica Yespes (Gesang) und Jörg Siebenhaar (Akkordeon) - kam nun der Tango in seiner ganzen Bandbreite in die Kupferstadt und begeisterte dort im Zinkhütter Hof das Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm. Das begann mit einem Lied von Carlos Gardel, der legendären Kultfigur des «Tango Argentino» und einem temperamentvollen Tanz «Verano Porteno» von Astor Piazzolla, der mit seinen Kompositionen den Tango so zu sagen hoffähig gemacht hat. Ensemble und Tanzpaar wussten bei diesen Titeln bereits die besonderen Stimmungen und Gefühle, die dieser Musik zugrunde liegt, authentisch zu vermitteln. Jene Sehnsüchte und Glücksmomente, die den kleinen Leuten ihren grauen elenden Alltag ein wenig vergessen machten.

Wenn Sonnica Yepes vom Sommerabend in Buenos Aires schwärmend sang oder in «Vuelvo al Sur» die Rückkehr des Geliebten sehnsüchtig beschrieb, das Instrumentalquintett mit farbigem Klang und unverwechselbarem Tangorhythmus den Gesang untermalte und Dona Piedra und Luis Rodriguez sich von dieser Musik inspirieren ließen, die ganze Palette der Tangofiguren, das Schreiten, Drehen und Schlängeln in immer neuen Kombinationen und Posen auszubreiten, da wurde auch das Publikum vom Zauber dieser Atmosphäre gefangen.

Die beiden Tanzenden warben um einander, suchten die Nähe des Anderen, improvisierten aus dem Augenblick heraus und tauchten letztendlich alles um sich herum vergessend in die Poesie dieses Tanzes ein, ganz «Leidenschaft und Lust sich zu verlieren». Und so war es bei jeden Auftritt der beiden, ob nun zu den Melodien und Rhythmen unterschiedlicher Piazzolla-Titel oder auch Eigenkompositionen des aufspielenden Ensembles wie etwa bei «Milonga ex libris», bei «La Trampera» oder der «Balada para un loco».

Einiges aber so das Stück «Contrabajissimo» oder vor allem das von Bassist Alexander Morsey geschriebene «Tante Igor» machten deutlich, wie weit sich die heutige Tangomusik von der ursprünglichen entfernt hat und mehr für den Konzertsaal bestimmt ist. Doch auch hierbei zeigten alle Instrumentalisten und die Sängerin, wie stark sie vom Geist und Mythos des Tango beseelt sind. Jeder konnte solistisch improvisieren und sich dabei als ausgezeichneter Interpret präsentieren. Selbst Sängerin Yepes ließ aus ihrer Stimme ein Instrument werden, das sich glänzend in diesen Ensembleklang einfügte. Zwei Zugaben mussten her, um sich entsprechend beim begeistert applaudierenden Publikum zu bedanken:

Mit einer auf Tango umfunktionierten Fuge und einem stimmungsvollen Stück, bei dessen Vortrag sich wie in der bekannten Haydn-Sinfonie die Interpreten nach und nach verabschiedeten - ein gelungener Schlusspunkt eines großen Tango-Abends.

Aachener Zeitung - Stolberg - 29.06.2003

Recklinghäuser Zeitung - Un Tango más ...“

...macht Name zum Programm

Sextett begeistert mit Solo- und Ensemblespiel


Un Tango más - ein Tango mehr - hier wird der Name zum Programm. Ein Sextett, das in vielen Facetten die strenge Schönheit einer Musik umschreibt, die vom Lachen und Weinen, von der Verliebtheit und Einsamkeit, vom heiß geliebten Leben und vom Tod erzählt.Dass jeder der Musiker von „Un Tango más“ ein exzellenter Könner seines Fachs ist, wurde dem Publikum an diesem Abend im Ratskeller sogleich bewußt.

Ob Solo- oder Ensemblespiel,immer verbanden sich ein zauberhafter Ton, technische Brillanz und rhythmisches Raffinement zu einem Gesamtklang von dezent farbiger Harmonie. Hier begleiteten Sonnica Yepes (Gesang), Claudia Anthes (Klavier), Antje Vetter (Geige), Thomas Hanz (Gitarre) , Alex Morsey (Kontrabass) und Jörg Siebenhaar (Akkordeon) ihr Publikum durch die Welt des Tangos, die vom salon des Grand Hotels in die nächste Absteige und wieder zurück Eine irisierende Mischung aus klassischen Elementen, Tango Nuevo und Jazz - emotional, farbig, mitunter verfremdet spröde.

Und immer wieder Astor Piazzolla mit Titeln wie „Verano Porteno“, „Vuelvo al sur“ und „Balada para un Loco“, auch Lieder des legendären Sängers Carlos Gardel: „Volver“ und „Mi Buenos Aires querido“- Hommage an die geliebete Heimatstadt: „Mein Buenos Aires, mein liebes, wenn ich dich denn wiederseh´, hat aller Kummer ein Ende...“ Als besonders farbig und apart erwiesen sich Eigenkompositionen der talentierten Formation: Antje Vetters „Abrupto six“ Alexander Morseys „Tante Igor“ und „Milonga ex libris“ von Thomas Hanz.

Ein spannender, von feiner Musikalität bestimmter Vortrag, den das Publikum sichtlich genoss und mit lang anhaltendem applaus und Bravorufen bedachte.
Recklinghäuser Zeitung - Brunhild Schmelting

Coolibri - Ruhrgebiet - Noch´n Tango!

Dazu ein bißchen Jazz, moderne Kammermusik und Vokalakrobatik. Das Essener Sextett UN TANGO MÁS verbindet auf seiner gleichnamigen CD Tangoklassiker von Carlos Gardel und Tango Nuevo von Astor Piaszzolla mit selbst Geschriebenem, in dem die Mitglieder vorführen, was sie so bei Folkwang gelernt haben. Das reicht von fein gespielt bis ambitiös komponiert."

Werdener Nachrichten - Zwischen den Tönen das Leben

UN TANGO MÁS hat sich sanft emanzipiert von den Altmeistern ohne deren Kraft und Einfluss auf ihr Spiel zu verleugnen. ...

Der Tango in seiner Ausdrucksstärke, die er in leisen Stellen ebenso besitzt wie bei voller Dynamik. Das Sextett zeigt dabei die ganze Bandbreite der Ausdrucksmöglichkeiten. Geige, Akkordeon, Kontrabaß, Klavier und Gitarre umspielen den Gesang, treiben und bremsen ihn. Sehr schön ist, dass die Texte der sechs Gesangsstücke in dem Booklett mit Übersetzungen abgedruckt sind. ... UN TANGO MÁS macht neugierig, wie sich der Tango im 21. Jahrhundert entwickeln wird."

Akustik-Gitarre - Noch einen Tango mehr möchte man hören

sobald man die CD "UN TANGO MÁS" vom gleichnamigen Ensemble in den CD-Player gelegt hat. ... wodurch echte Abwechslung in die klassische Zusammensetzung der Tango-Orchester kommt. Zum einen folgt daraus ein umfassendes und variationsreiches Programm, zum anderen sind Soli und Charaktere der Stücke so angelegt, dass sich die Spieler - wie man hört - wohl fühlen. ... Meistens verleiht den Stücken die Stimme von Sónnica Yepes ihren einzigartigen Ausdruck, die mitunter an den portugiesischen Fado erinnert.

WDR Resonanzen - Wo die Fußstapfen...

...Wo die Fußstapfen des großen Erneuerers des Tangos (Astor Piazzolla)

enden, schlagen die Musiker aus Essen mutig neue Wege ein; mit kühnen Verfremdungen in der Harmonik und freien Improvisationen. ... Das besondere des Sextettes ist, dass alle Mitglieder nicht nur interpretieren, sondern neue Stücke komponieren, arrangieren und texten. So findet Un Tango más zu einer ganz eigenen Klangsprache: mal fröhlich schräg, mal abgründig melancholisch- lebendiger Tango aus dem Herzen des Ruhrgebiet. ... Bei vielen der eigenen Stücke würde man als Hörer gerne sehen, was sich so bei den Auftritten der Band wohl auf der Bühne abspielt oder was die Mimik der Interpreten gerade verrät.

Somos Cuatro!

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