Ein Abend mit Kurt Tucholsky

Heribert Knapp, Rezitation

Thomas Hanz, Gitarre

 

Die 20er Jahre des vorigen Jahrhundert waren eine Zeit des Umbruchs, des politischen, wirtschaft-lichen und kulturellen Lebens.

Die Dichter Bertold Brecht und Thomas Mann, die Komponisten Kurt Weill und Hanns Eisler, die Maler Georg Grosz und Otto Dix prägten das kulturelle Leben in Berlin und in der ganzen Republik.

Kurt Tucholsky zählte zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als Herausgeber der wichtigsten Wochenzeitung "Die Weltbühne" erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition von Heinrich Heine.

Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor und Lyriker. Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Antimilitarist und warnte früh vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus. Seine Erzählung "Rheinsberg - ein Bilderbuch für Verliebte" machte ihn schon 1912 einem größeren Publikum bekannt, der Stoff wurde in den 1950er Jahren verfilmt.

Tucholsky gehörte zu den gefragtesten und zu den am besten bezahlten Journalisten in der Weimarer Republik. Schon zu seinen Lebzeiten erschienen 7 Sammelbände mit kürzeren Texten und Gedichten, die z. T. Dutzende Auflagen erreichten.

Nach 1945 wuchs der Ruhm Tucholskys stetig. Seine Texte, Lieder und Gedichte wurden durch Ursula Herking, Gisela May, Günther Pfitzmann, Helen Vita, Lutz Görner und vielen anderen Rezitatoren populär. Dabei erfahren viele Texte Tucholskys heute eine erstaunliche Aktualität. Aussagen zu menschlichen Verhaltensweisen, zu wirtschaftlichen Fehlentwicklungen und politischer Doppelmoral aus den 20er Jahren wirken wie Voraussagen auf unsere heutige Situation.

 

Für dieses Programm hat Heribert Knapp aus dem umfangreichen Werk Tucholskys einige der populärsten Texte und Gedichte ausgewählt. Dabei sind u.a. die bekannten Lieder wie "Ideal und Wirklichkeit" oder die philosophischen Betrachtungen über "Das Loch".

Musikalisch kommentiert und ergänzt werden die Texte durch bekannte Musik aus Tucholskys Zeit (Weill, Eisler u.a.) und von Thomas Hanz eigens für dieses Programm komponierte Stücke.

 

Heribert Knapp,

der pensionierte Deutsch- und Kunstlehrer, der Generationen von Schülern am Geseker Gymnasium Antonianum in Geseke mit Literatur, Kunst und Kultur vertraut gemacht hat, ist durch seine ebenso kenntnisreichen wie launigen kulturhistorischen Vorträge bekannt. Auch seine Rezitationsabende, die u.a. das Leben und Schaffen von Goethe, Heine, Droste-Hülshoff, Tucholsky und Lasker-Schüler beleuchten, sind bekannt und beliebt.

 

Thomas Hanz

Nach über 20 Jahren internationaler Bühnenpräsenz begreift Thomas Hanz die Gitarre als vielschichtiges Instrument, das sich keinem Genre, keiner Stilrichtung verschließt. Stets auf der Suche nach neuen klanglichen Möglichkeiten wagt sich Hanz auch auf Terrains vor, die sich der akustischen Konzertgitarre (bisher) nicht erschlossen haben.

Nach seinen Studien an den Musikhochschulen in Essen, Hannover und Köln veröffentlichte Thomas Hanz mehrere CDs, war Preisträger bei internationalen Wettbewerben, wurde als Solist und Ensemblemitglied zu Konzerten und Festivals eingeladen. Konzerteisen führten nach Italien, Spanien, Schweden, Frankreich, Holland und Dänemark. Er wirkte als Juror bei Wettbewerben und ist seit 1998 künstlerischer Leiter des „Gitarrenfestivals Ruhr“.


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